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Gang im Winterlager der Gärtnerei mit eingelagerten Kübelpflanzen

Ratgeber · Pflanzenüberwinterung

Feigenbaum richtig überwintern

Die Feige ist robuster, als viele denken: laubabwerfend, schnittverträglich und mit wenig Ansprüchen ans Winterquartier. Nur der Wurzelballen im Kübel braucht Schutz.

Das Wichtigste zuerst

Feigenbaum überwintern auf einen Blick

Die Echte Feige (Ficus carica) ist unter den mediterranen Kübelpflanzen ein Sonderfall: Sie wirft im Herbst ihr Laub ab und hält eine echte Winterruhe. Gut ausgereiftes Holz verträgt einige Minusgrade — die Schwachstelle im Kübel ist der Wurzelballen. Ein frostfreies Quartier reicht deshalb völlig, und weil die Feige ohne Laub kaum Licht braucht, kommen auch dunklere Plätze infrage.

Die wichtigsten Eckdaten zur Feigenbaum-Überwinterung
ThemaEmpfehlung
FrosttoleranzAusgereiftes Holz verträgt einige Minusgrade — der Ballen im Kübel nicht
EinräumenSpät — nach dem Laubfall, vor dem ersten Dauerfrost
WinterquartierFrostfrei und kühl reicht völlig; ohne Laub auch dunkler möglich
GießenKaum — Ballen nur vor dem völligen Austrocknen bewahren
DüngenNicht düngen — Pause von Oktober bis März
SchnittIm Spätwinter vor dem Austrieb — die Feige ist sehr schnittverträglich
KontrolleGelegentlich auf Trockenheit und vorzeitigen Austrieb prüfen
AuswinternLangsam ab April — der junge Austrieb ist spätfrostgefährdet

Der richtige Zeitpunkt

Wann muss der Feigenbaum ins Winterquartier?

Lassen Sie sich Zeit: Die Feige gehört zu den Kübelpflanzen, die am spätesten eingeräumt werden. Im Herbst wirft sie nach den ersten kühlen Nächten ihr Laub ab — das ist kein Grund zur Sorge, sondern der natürliche Start in die Winterruhe. Gut ausgereiftes Holz verträgt dabei einige Minusgrade ohne Schaden; ausgepflanzte Feigen robuster Sorten überstehen in milden Lagen sogar deutlich strengere Fröste.

Im Kübel sieht die Rechnung anders aus: Der Wurzelballen ist der Kälte von allen Seiten ausgesetzt und friert bei anhaltendem Frost durch — und durchgefrorene Wurzeln verzeiht auch die zähe Feige nicht. Stellen Sie den Kübel im Herbst geschützt an eine Hauswand und räumen Sie ihn erst ein, wenn Dauerfrost oder strenge Nachtfröste angekündigt sind — im Remstal meist zwischen Anfang November und Anfang Dezember.

Die späten Herbstwochen im Freien sind dabei kein Risiko, sondern ein Gewinn: Die kühlen Temperaturen härten das Holz ab und sorgen dafür, dass die Pflanze vollständig zur Ruhe kommt. Deutlich empfindlicher reagieren immergrüne Südländer wie Zitruspflanzen — sie müssen lange vor der Feige ins Haus.

Morgenlicht im Überwinterungs-Gewächshaus der Gärtnerei Schanbacher

Standort

Das ideale Winterquartier: frostfrei genügt

Weil die Feige ihr Laub abwirft, ist sie beim Winterquartier erstaunlich genügsam: Frostfrei und kühl reicht völlig — und anders als bei immergrünen Kübelpflanzen darf der Platz auch dunkler sein.

Frostfrei und kühl

Ein kühles, frostfreies Quartier hält die Feige zuverlässig in der Winterruhe. Je wärmer der Raum, desto früher treibt sie aus — und der zarte Neuaustrieb ist im Winterquartier nur schwer gesund zu halten.

Licht ist zweitrangig

Ohne Laub braucht die Feige kaum Licht: Eine frostfreie Garage, ein kühler Keller oder ein Schuppen funktionieren gut. Immergrüne wie der Olivenbaum brauchen dagegen zwingend einen hellen Platz.

Luftig und sauber

Lüften an milden Tagen und das Auflesen alter Blätter beugen Schimmel vor. Den Kübel auf Füßchen oder eine Holzlatte stellen — so staut sich keine Nässe unter dem Topf.

Vorsicht Wohnzimmer: Warm und dunkel ist die ungünstigste Kombination. Treibt die Feige im Januar im beheizten Raum aus, bildet sie lange, weiche Triebe, die beim Auswintern sofort zurückfrieren oder verbrennen. Lieber kalt stellen — die Feige dankt es mit einem kräftigen, kompakten Austrieb im Frühjahr.

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Pflege

Pflege im Winterquartier

Eine laublose Feige ist der pflegeleichteste Wintergast überhaupt: Sie braucht fast kein Wasser, keinen Dünger — nur hin und wieder einen prüfenden Blick.

  • Kaum gießen: Ohne Laub verdunstet die Feige fast nichts. Alle drei bis vier Wochen prüfen und nur so viel gießen, dass der Ballen nicht völlig austrocknet.
  • Nicht düngen: Von Oktober bis März pausiert die Nährstoffgabe vollständig.
  • Staunässe vermeiden: Untersetzer kontrollieren und überschüssiges Wasser abgießen — nasse Füße sind im Winter die häufigste Verlustursache.
  • Auf Austrieb achten: Treibt die Feige zu früh aus, steht sie zu warm — dann an einen kühleren Platz rücken.

Prüfen Sie mit dem Finger einige Zentimeter tief in der Erde, bevor Sie zur Gießkanne greifen. Im kühlen Quartier braucht eine ruhende Feige oft wochenlang gar kein Wasser — viel häufiger als vertrocknete sehen wir in der Praxis übergossene Pflanzen.

Schädlinge? Meist Fehlanzeige. Da die Feige ohne Laub überwintert, finden Schild- und Wollläuse kaum Angriffsfläche — ein großer Vorteil gegenüber immergrünen Kübelpflanzen. Werfen Sie trotzdem gelegentlich einen Blick auf Triebe und Rinde: Vereinzelte Wollläuse sitzen gern in Astgabeln und lassen sich früh entdeckt einfach abwischen. Wichtiger ist die Kontrolle auf Schimmel an feucht stehenden Trieben.

Schnitt

Schneiden im Spätwinter

Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist der Spätwinter, kurz bevor die Feige neu austreibt. Im laublosen Zustand ist der Kronenaufbau gut zu erkennen: Entfernen Sie abgestorbene, sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe und kürzen Sie zu lang gewordene Ruten ein. Die Feige ist ausgesprochen schnittverträglich und treibt selbst aus altem Holz zuverlässig wieder aus — auch ein kräftiger Verjüngungsschnitt ist möglich.

Ein Detail für Feigen-Liebhaber: Die frühen Blütenfeigen sitzen am Vorjahresholz, die Herbstfeigen am Neuaustrieb. Wer im Spätwinter alle Vorjahrestriebe einkürzt, verzichtet also auf die erste Ernte des Jahres. Schneiden Sie deshalb mit Augenmaß und lassen Sie einen Teil der gut platzierten Vorjahrestriebe stehen. Der milchige Pflanzensaft kann die Haut reizen — Handschuhe sind beim Schneiden sinnvoll.

Frühjahr

Ab April: langsam auswintern

So robust die ruhende Feige ist, so empfindlich ist ihr junger Austrieb: Spätfröste können die frischen Triebe über Nacht zurückfrieren lassen. Im Frühjahr ist deshalb Geduld gefragt.

Früh ausräumen, aber geschützt

Sobald keine strengen Fröste mehr drohen, darf die Feige an einen geschützten Platz an der Hauswand — kühle Tage schaden der laublosen Pflanze nicht.

Langsam an Sonne gewöhnen

Mit dem Austrieb die Pflanze über ein bis zwei Wochen schrittweise sonniger stellen, damit das junge Laub nicht verbrennt.

Spätfröste ernst nehmen

Bei angekündigten Nachtfrösten den Austrieb mit Vlies schützen oder die Pflanze kurzfristig zurückräumen — bis nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Gießen & Düngen steigern

Mit zunehmendem Laub steigt der Wasserbedarf deutlich. Ab Ende April wieder regelmäßig düngen — dann setzt die Feige kräftig Früchte an.

Abholung im Herbst, Rücklieferung im Frühjahr: Wir übernehmen die komplette Überwinterung Ihres Feigenbaums inklusive Transport und Pflege — Komplettpakete ab 159 €. Abholung an festen Samstags-Touren ab Bordsteinkante; Pflanzen über 2 m transportieren wir liegend (Zuschlag 25 € je Pflanze und Fahrt).

Häufige Fragen

Feigenbaum überwintern: FAQ

Wie viel Frost verträgt ein Feigenbaum?

Gut ausgereiftes Feigenholz verträgt einige Minusgrade ohne Schaden, ausgepflanzte Exemplare robuster Sorten stecken in milden Lagen sogar strengere Fröste weg. Im Kübel ist jedoch der Wurzelballen die Schwachstelle: Er ist der Kälte von allen Seiten ausgesetzt und kann durchfrieren. Räumen Sie Kübelfeigen deshalb vor dem ersten Dauerfrost ein — ein frostfreies Quartier reicht dann völlig.

Kann ich den Feigenbaum dunkel überwintern?

Ja — das ist die große Stärke der Feige. Da sie ihr Laub im Herbst abwirft, braucht sie im Winter kaum Licht. Eine frostfreie Garage, ein kühler Keller oder ein Schuppen sind völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass das Quartier kühl bleibt: In warmen Räumen treibt die Feige zu früh aus und bildet schwache, weiche Triebe.

Wie oft muss ich den Feigenbaum im Winter gießen?

Kaum. Ohne Laub verdunstet die Feige fast kein Wasser. Es genügt, den Ballen alle drei bis vier Wochen zu prüfen und nur so viel zu gießen, dass er nicht vollständig austrocknet. Staunässe ist im Winter die größere Gefahr als Trockenheit. Gedüngt wird von Oktober bis März gar nicht.

Wann schneide ich meinen Feigenbaum?

Der beste Zeitpunkt ist der Spätwinter, kurz bevor die Pflanze neu austreibt. Im laublosen Zustand sehen Sie den Aufbau der Krone gut und können abgestorbene, zu dichte oder zu lange Triebe entfernen. Die Feige verträgt auch kräftige Rückschnitte und treibt willig wieder aus. Beachten Sie: Die frühen Blütenfeigen sitzen am Vorjahresholz — wer alles zurückschneidet, verzichtet auf diese erste Ernte.

Was kostet die Feigenbaum-Überwinterung in der Gärtnerei?

Das richtet sich nach der Größe Ihrer Pflanze: Unsere Saison-Festpreise reichen von 55 € (XS) über 75 € (S), 110 € (M) und 160 € (L) bis 225 € (XL) pro Saison — von der Einlagerung im Oktober/November bis zur Rücklieferung im April/Mai. Pro Saison gilt eine Mindestpauschale von 89 €, Komplettpakete mit Abholung und Rücklieferung gibt es ab 159 €. Den genauen Preis ermitteln Sie in unserem Online-Rechner.

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