Ratgeber · Pflanzenüberwinterung
Ihren Olivenbaum sicher durch den Winter
Oliven sind zäher, als viele denken — wenn der Wurzelballen geschützt ist und das Quartier hell und kühl bleibt. So überwintern Sie Ihren Olivenbaum richtig.
Das Wichtigste zuerst
Olivenbaum überwintern auf einen Blick
Die Olive (Olea europaea) ist ein Sinnbild des Südens — und zugleich erstaunlich frosthart: Ausgereiftes Holz übersteht kurzzeitig Temperaturen von −5 bis −8 °C. Die eigentliche Schwachstelle steckt im Kübel: Der Wurzelballen ist dort von allen Seiten der Kälte ausgesetzt und friert deutlich schneller durch als im Gartenboden. Genau hier setzt die richtige Überwinterung an.
| Thema | Empfehlung |
|---|---|
| Frosttoleranz | Ausgereiftes Holz kurzzeitig −5 bis −8 °C |
| Schwachstelle | Der Wurzelballen im Kübel — er friert schnell durch |
| Einräumen | So spät wie möglich — erst bei anhaltendem Frost |
| Winterquartier | Hell, ideal 5–10 °C |
| Gießen | Kaum; Staunässe unbedingt vermeiden |
| Düngen | Nicht düngen — Pause bis zum Frühjahr |
| Schnitt | Form- und Auslichtungsschnitt im Februar/März |
| Auswintern | Langsam und gestaffelt — Vorsicht Spätfrost |
Der richtige Zeitpunkt
Wann muss der Olivenbaum rein?
Auch für die Olive gilt: so lange wie möglich draußen lassen. Licht und kühle Herbsttemperaturen halten den Baum in seiner natürlichen Winterruhe, leichte Nachtfröste schaden gesunden, gut ausgereiften Pflanzen nicht.
Stellen Sie den Kübel im Herbst an eine geschützte, helle Hauswand — ideal ist die Süd- oder Westseite. Ein Holzklotz oder Topffüße unter dem Kübel verhindern, dass die Kälte direkt vom Boden in den Ballen zieht; eine Umwicklung aus Vlies oder Jute schützt den Topf zusätzlich.
Eingeräumt wird erst, wenn anhaltender Frost droht oder die Temperaturen über mehrere Nächte deutlich unter −5 °C fallen — meist also spürbar später als bei Zitruspflanzen, die schon vor dem ersten stärkeren Frost ins Haus müssen. Ähnlich spät wie die Olive darf auch der Oleander draußen bleiben.
Standort
Das ideale Winterquartier: hell und 5–10 °C
Die Olive ist immergrün — sie braucht auch im Winter Licht. Kombiniert mit kühlen Temperaturen bleibt der Baum in Ruhe und startet im Frühjahr kräftig durch.
Viel Licht
Gewächshaus, unbeheizter Wintergarten oder ein helles, kühles Treppenhaus sind ideal. In dunklen Räumen wirft die Olive nach und nach ihr Laub ab.
Kühle 5–10 °C
Kühl bleibt die Olive in der Winterruhe. Dauerhaft über 12–15 °C beginnt sie zu wachsen, vergeilt bei Lichtmangel und zieht Schädlinge an.
Frische Luft
An frostfreien Tagen lüften: Luftbewegung beugt Pilzkrankheiten vor und hält das Quartier gesund. Trockene Heizungsluft vermeiden.
Garage ohne Fenster? Nur als Notlösung und nur knapp über dem Gefrierpunkt: Je dunkler das Quartier, desto kälter muss es sein, damit die immergrüne Olive ihren Stoffwechsel herunterfährt. Rechnen Sie auch dann mit Laubverlust — ein helles Quartier ist immer die bessere Wahl.
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Pflege
Gießen und Pflege: weniger ist mehr
Der häufigste Fehler bei der Oliven-Überwinterung ist nicht die Kälte — es ist die Gießkanne. Im kühlen Quartier verbraucht der Baum nur sehr wenig Wasser.
- Kaum gießen: erst, wenn die Erde oberflächlich abgetrocknet ist — im kühlen Quartier oft nur alle zwei bis vier Wochen.
- Staunässe vermeiden: Untersetzer kontrollieren, Abzugslöcher freihalten, überschüssiges Wasser abgießen.
- Nicht düngen: Die Nährstoffversorgung pausiert bis zum Austrieb im Frühjahr.
- Kontrollieren: Regelmäßig auf Schildläuse und Pilzbefall prüfen, abgefallenes Laub entfernen.
Machen Sie vor jedem Gießen die Fingerprobe einige Zentimeter tief in der Erde. Im Zweifel gilt bei der Olive: lieber einmal zu wenig als einmal zu viel gießen.
Staunässe ist im Winter gefährlicher als Frost: Wurzeln, die wochenlang im Nassen stehen, faulen unbemerkt — der Schaden zeigt sich oft erst im Frühjahr, wenn der Baum trotz Austriebswetter nicht in Gang kommt. Verwenden Sie durchlässiges Substrat, sorgen Sie für eine Drainageschicht im Kübel und gießen Sie grundsätzlich erst nach der Fingerprobe.
Schnitt
Schnitt im Februar oder März
Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist das Ende der Winterruhe, kurz bevor der neue Austrieb beginnt — also im Februar oder März. Nehmen Sie einen Form- und Auslichtungsschnitt vor: Bringen Sie die Krone in die gewünschte Form, entfernen Sie dicht stehende, sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe und schneiden Sie Totholz heraus. So bleibt die Krone licht und luftig — das beugt Pilzkrankheiten vor und fördert einen kompakten Wuchs.
Die Olive ist ausgesprochen schnittverträglich und treibt selbst aus altem Holz wieder aus. Auch ein kräftigerer Korrekturschnitt ist deshalb möglich — er kostet allerdings einen Teil der Blüten- und Fruchtansätze, die am vorjährigen Holz sitzen.
Frühjahr
Langsam auswintern — Vorsicht Spätfrost
Beim Auswintern ist die Olive empfindlicher, als ihre Frosthärte vermuten lässt: Der frische Austrieb verträgt keinen Frost, und das Laub muss sich erst wieder an die volle Sonne gewöhnen.
Gestaffelt starten
Nach den letzten strengen Frösten — meist ab März — darf die Olive an milden Tagen wieder ins Freie.
Schattig beginnen
Erst halbschattig stellen und über zwei Wochen langsam an die volle Sonne gewöhnen — das verhindert Sonnenbrand am Laub.
Spätfröste im Blick
Bis weit in den Mai sind Nachtfröste möglich. Vlies bereithalten oder die Pflanze kurzfristig zurückräumen.
Gießen & Düngen steigern
Mit dem Austrieb steigt der Wasserbedarf; ab dem Frühjahr wird auch wieder regelmäßig gedüngt.
Abholung im Herbst, Rücklieferung im Frühjahr: Wir übernehmen die komplette Überwinterung Ihres Olivenbaums inklusive Transport und Pflege — Komplettpakete ab 159 €.
Häufige Fragen
Olivenbaum überwintern: FAQ
Wie viel Frost verträgt ein Olivenbaum im Kübel?
Ausgereiftes Holz übersteht kurzzeitig −5 bis −8 °C. Die Schwachstelle ist der Wurzelballen: Im Kübel ist er von allen Seiten der Kälte ausgesetzt und friert deutlich schneller durch als im Gartenboden. Bei anhaltendem Frost muss die Kübel-Olive deshalb ins Winterquartier.
Kann ich den Olivenbaum im warmen Wohnzimmer überwintern?
Davon raten wir ab: Im warmen, dunklen Wohnraum findet die Olive keine Winterruhe, wirft Laub ab und wird anfällig für Schädlinge. Ideal ist ein helles Quartier bei 5–10 °C — etwa ein Gewächshaus, ein unbeheizter Wintergarten oder ein helles, kühles Treppenhaus.
Wie oft gieße ich die Olive im Winter?
Kaum: Gegossen wird erst, wenn die Erde oberflächlich abgetrocknet ist — im kühlen Quartier oft nur alle zwei bis vier Wochen. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, sie schadet der Olive im Winter mehr als Frost. Untersetzer kontrollieren und überschüssiges Wasser abgießen.
Wann und wie schneide ich den Olivenbaum?
Der beste Zeitpunkt ist Februar oder März — am Ende der Winterruhe und vor dem neuen Austrieb. Empfehlenswert ist ein Form- und Auslichtungsschnitt: die Krone in Form bringen, dicht stehende und nach innen wachsende Triebe entfernen. Die Olive ist sehr schnittverträglich und treibt auch aus altem Holz wieder aus.
Was kostet die Olivenbaum-Überwinterung in der Gärtnerei?
Beispiel: Eine Olive der Kategorie M (130–180 cm) kostet bei Selbstanlieferung 110 € für die gesamte Saison. Größere Bäume: Kategorie L (180–230 cm) 160 €/Saison, Kategorie XL (230–280 cm) 225 €/Saison. Mindestpauschale: 89 € pro Saison. Alle Preise inkl. 19 % MwSt. Den genauen Preis ermitteln Sie in unserem Online-Rechner.
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