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Oleander und mediterrane Kübelpflanzen im hellen Winterquartier

Ratgeber · Pflanzenüberwinterung

Oleander richtig überwintern

Hell und kühl stellen, sparsam gießen, behutsam auslichten: Mit dem richtigen Winterquartier dankt Ihnen der Oleander mit üppiger Blüte im nächsten Sommer.

Das Wichtigste zuerst

Oleander überwintern auf einen Blick

Der Oleander (Nerium oleander) gehört zu den dankbarsten mediterranen Kübelpflanzen — vorausgesetzt, er kommt gut durch die kalte Jahreszeit. Anders als oft vermutet, ist er erstaunlich robust: Leichter Frost macht ihm wenig aus. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt zum Einräumen und ein helles, kühles Winterquartier.

Die wichtigsten Eckdaten zur Oleander-Überwinterung
ThemaEmpfehlung
FrosttoleranzLeichter Frost bis ca. −5 °C, kurzzeitig bis −8 °C
EinräumenSo spät wie möglich — erst bei anhaltendem Frost
WinterquartierHell und kühl, ideal 5–10 °C
GießenSparsam; Wurzelballen nie vollständig austrocknen lassen
DüngenNicht düngen — Pause von Oktober bis März
SchnittNur auslichten — Oleander blüht am Vorjahresholz
SchädlingeRegelmäßig auf Schildläuse kontrollieren
AuswinternAb April schrittweise abhärten

Der richtige Zeitpunkt

Wann muss der Oleander ins Winterquartier?

Die wichtigste Regel lautet: so spät wie möglich einräumen. Oleander verträgt leichten Frost bis etwa −5 °C, gut ausgereifte Pflanzen kurzzeitig sogar bis −8 °C. Jede Woche, die er im Herbst draußen verbringt, härtet ihn ab und beugt Schädlingsbefall im Winterquartier vor.

Gefährlich wird es erst, wenn der Frost anhält und der Wurzelballen im Kübel durchfriert — anders als im Gartenboden ist er dort von allen Seiten der Kälte ausgesetzt. Stellen Sie den Kübel im Herbst geschützt an eine Hauswand und behalten Sie die Wettervorhersage im Blick: Kündigen sich Dauerfrost oder strenge Nachtfröste an, ist der Zeitpunkt gekommen — im Remstal meist zwischen Ende Oktober und Ende November.

Voraussetzung für diese Spätstrategie ist gut ausgereiftes Holz: Düngen Sie ab August nicht mehr, damit die Triebe fest werden. Deutlich empfindlicher reagieren übrigens Zitruspflanzen — sie müssen schon vor dem ersten stärkeren Frost ins Haus.

Oleander und Olivenbaum am Gewächshausgang im Winterquartier

Standort

Das ideale Winterquartier: hell und kühl

Die Faustregel für den Oleander lautet 5 bis 10 °C bei möglichst viel Licht. Je wärmer der Raum, desto mehr Licht braucht die Pflanze — und desto unruhiger fällt die Winterruhe aus.

Viel Licht

Ein heller Platz im unbeheizten Wintergarten, im Gewächshaus oder an einem großen Fenster ist ideal. Im Dunkeln wirft der Oleander Laub ab und bildet lange, weiche Geiltriebe.

Kühle 5–10 °C

Kühle Temperaturen halten die Pflanze in der Winterruhe. Steht sie dauerhaft über 15 °C, wächst sie weiter, zehrt ihre Reserven auf und wird anfällig für Schädlinge.

Frische Luft

Lüften an milden Tagen beugt Pilzkrankheiten wie Grauschimmel vor. Zugluft und trockene Heizungsluft sollten Sie dagegen vermeiden.

Notlösung dunkler Keller? Wenn es nicht anders geht, stellen Sie den Oleander so kühl wie möglich (knapp über 0 °C) und rechnen Sie mit Laubverlust. Kontrollieren Sie die Pflanze trotzdem regelmäßig auf Trockenheit und Schädlinge — ein helles Quartier ist fast immer die bessere Wahl.

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Pflege

Pflege im Winterquartier

Im Winter gilt: weniger ist mehr. Der Oleander ruht — er braucht kaum Wasser, keinen Dünger und vor allem einen wachsamen Blick.

  • Sparsam gießen: nur so viel, dass der Wurzelballen nie vollständig austrocknet — je nach Quartier alle ein bis drei Wochen prüfen.
  • Nicht düngen: Von Oktober bis März pausiert die Nährstoffgabe vollständig.
  • Laub entfernen: Abgefallene Blätter regelmäßig auflesen — sie sind eine Brutstätte für Pilzkrankheiten.
  • Lüften: An frostfreien Tagen für Luftaustausch sorgen, das hält das Quartier gesund.

Je kühler der Oleander steht, desto weniger Wasser verbraucht er. Prüfen Sie mit dem Finger einige Zentimeter tief in der Erde, bevor Sie zur Gießkanne greifen — stehende Nässe im Untersetzer ist im Winter ebenso schädlich wie ein völlig trockener Ballen.

Achtung Schildläuse: Sie sind die häufigsten Wintergäste am Oleander. Kontrollieren Sie alle zwei bis drei Wochen die Blattunterseiten und Triebspitzen auf braune Höcker und klebrigen Honigtau. Früh entdeckt, lassen sich Schildläuse einfach abwischen oder mit ölhaltigen Präparaten gut bekämpfen. Bei starkem Befall hilft ein beherzter Auslichtungsschnitt der betroffenen Triebe.

Schnitt

Schneiden: Auslichten statt Radikalschnitt

Oleander legt seine Blütenknospen am Vorjahresholz an. Ein Radikalschnitt im Herbst oder Frühjahr kostet Sie deshalb die komplette nächste Blüte. Statt zur großen Schere zu greifen, lichten Sie gezielt aus: Entfernen Sie vor dem Einräumen abgestorbene, kranke oder quer wachsende Triebe und kürzen Sie nur vereinzelt überlange Ruten — der Strauch treibt auch aus dem alten Holz willig wieder aus.

Ältere, verkahlte Pflanzen verjüngen Sie schrittweise über mehrere Jahre, indem Sie jeweils nur ein Drittel der ältesten Triebe bodennah entfernen. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe: Alle Pflanzenteile des Oleanders sind giftig, der Pflanzensaft kann die Haut reizen.

Frühjahr

Ab April: abhärten und auswintern

Im Frühjahr entscheidet Geduld über den Start in die neue Saison — wer zu schnell in die volle Sonne stellt, riskiert verbranntes Laub.

Schattig beginnen

Ab April darf der Oleander an milden Tagen ins Freie — zunächst an einen schattigen, wind- und regengeschützten Platz.

Langsam an Sonne gewöhnen

Nach ein bis zwei Wochen schrittweise sonniger stellen. So härtet das Laub ab, statt zu verbrennen.

Spätfröste beachten

Bei angekündigten Nachtfrösten die Pflanze kurzfristig zurückräumen oder mit Vlies schützen.

Gießen & Düngen steigern

Mit dem Austrieb mehr gießen und ab Ende April wieder regelmäßig düngen — Oleander ist ein Starkzehrer.

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Häufige Fragen

Oleander überwintern: FAQ

Wie viel Frost verträgt Oleander?

Leichten Frost bis etwa −5 °C steckt ein gesunder Oleander problemlos weg, gut ausgereifte Pflanzen kurzzeitig auch bis −8 °C. Kritisch wird anhaltender Frost, weil der Wurzelballen im Kübel durchfrieren kann. Räumen Sie die Pflanze deshalb so spät wie möglich, aber vor dem ersten Dauerfrost ein.

Kann ich Oleander im dunklen Keller überwintern?

Nur als Notlösung. Im Dunkeln wirft der Oleander Laub ab und bildet schwache Geiltriebe. Wenn es keinen hellen Platz gibt, stellen Sie ihn so kühl wie möglich und kontrollieren ihn regelmäßig. Deutlich besser ist ein helles, kühles Quartier bei 5–10 °C — etwa ein Gewächshaus oder ein unbeheizter Wintergarten.

Wie oft muss ich den Oleander im Winter gießen?

Sparsam: Der Wurzelballen darf nie vollständig austrocknen, Staunässe schadet aber ebenso. Je nach Temperatur des Quartiers reicht es meist, alle ein bis drei Wochen zu prüfen und mäßig zu gießen. Gedüngt wird von Oktober bis März gar nicht.

Soll ich den Oleander vor dem Überwintern zurückschneiden?

Kein Radikalschnitt: Oleander blüht am Vorjahresholz, ein starker Rückschnitt kostet die komplette nächste Blüte. Lichten Sie stattdessen nur kranke, abgestorbene oder störende Triebe aus. Eine Verjüngung verkahlter Pflanzen verteilen Sie besser auf mehrere Jahre.

Was kostet die Oleander-Überwinterung in der Gärtnerei?

Das richtet sich nach der Größe: Ein Oleander der Kategorie M (130–180 cm) kostet 110 € pro Saison, Kategorie L (180–230 cm) 32 € pro Monat — bei Selbstanlieferung also je Saison 110 € bzw. 160 €. Pro Saison gilt eine Mindestpauschale von 89 €. Alle Preise inkl. 19 % MwSt. Den genauen Preis ermitteln Sie in unserem Online-Rechner.

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